Gedichte

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Fremder

Fremder
(Franz Hochstöger)

Am Anfang sind wir alle fremd
und beide Seiten sind gehemmt.
Man fragt sich, wer der andre ist,
ob dieser auch ‘nen Freund vermisst?
Ihn näher kennen, wär doch gut,
ich brauch dazu ein wenig Mut.
Möcht gerne wissen, was er denkt
und auch dem Recht Beachtung schenkt,
ob er auch seine Freiheit liebt
und sie auch jedem andern gibt.

Wir kamen dann bald in Kontakt
besprachen manches ganz exakt.
Wir sprachen über Gott und Welt
und auch was ihm und mir gefällt.
Wir lachten viel, wir lachten laut,
Vertrauen wurde aufgebaut.
Allein schien uns manch Ziel nicht leicht,
zusammen haben wir’s erreicht
und alles klappt so leicht mit ihm
als Partner, Freund und auch als Team.

Mit wem ich ihn auch schon verglich,
er ist ein Mensch wie du und ich.

Dr. Eist und Dr. Eckig

Dr. Eist und Dr. Eckig
(Franz Hochstöger)

Doktor Eist und Doktor Eckig,
beide sind so dreist und dreckig.
Sie sind so wild und nicht gezähmt,
sind vorlaut, frech und unverschämt.
Sie benehmen sich wie Flegel,
halten sich an keine Regel.
Ganz stürmisch, bockig, überspannt,
sind sie auf uns herzu gerannt.
Kinder, die zuvor noch lachten
Und zu ihnen Faxen machten,
die laufen nun ganz schnell und bang
und merken sich den Schreck noch lang.
Peinlich ist auch ihr Erscheinen,
sieht man sie, man könnte weinen.
Es handelt sich um keinen Doc,
viel mehr um einen Ziegenbock.
Grausam ist auch sein Genosse,
dieser Schafbock aus der Gosse.
Ist ihm wieder was zuwider,
blöckt er wieder wie der Widder.
Wer sich so fies und launisch gibt,
der macht sich bald sehr unbeliebt!

Lebensfreude

Lebensfreude
(Franz Hochstöger)

Ein jeder ist für sich allein,
denn keiner sieht in uns hinein
und niemand weiß, was man sich denkt,
bis jemand uns ein Lächeln schenkt.
Dann öffnen wir ihm Tür und Tor
und nichts ist mehr so wie zuvor.

Ein solcher Blick, der Brücken baut,
gibt Mut, dass man sich anvertraut,
ist heller als das Sonnenlicht,
das tiefste Dunkelheit durchbricht.
Ist etwas, das harmonisch schwingt
und Lebensfreude mit sich bringt.

Wenn wir unsre Freude teilen,
wird das Glück bei uns verweilen.

Lächeln

Lächeln
(Franz Hochstöger)

Auf ‘ne ganz besond‘re Weise,
geht ein Lächeln auf die Reise.
Ich schenk es dir, es bringt dir Glück
du gibst es gleich an mich zurück.
Jedes Lächeln dieser Sorte
sagt viel mehr als tausend Worte.

Es lädt mich ein: „Komm doch herein,
es wär doch fein, dein Freund zu sein.“

Wie ein Bergsee, klar und sauber,
liegt darin ein Hauch von Zauber.
Es macht die Herzen glühend heiß
egal ob Baby oder Greis.
Keiner kann sich da entziehen,
keiner kann davon entfliehen.

Es lädt dich ein: „Komm doch herein,
es wär doch fein, mein Freund zu sein.“

Es glitzert wie das Licht im Schnee,
es glänzt wie Sonne auf dem See.
Schau! Es strahlt aus weiter Ferne,
so, wie Sonne, Mond und Sterne.
Wie herbstlich buntes Laub am Baum,
betörend wie ein Sommertraum.

Es lädt uns offenherzig ein,
wir alle können Freunde sein.

Um vieles bunter wird die Welt,
sobald dein Lächeln sie erhellt.
Dann umarmen sich die Seelen,
Glücksgefühl wird dann nicht fehlen.
Es sendet eine Botschaft aus:
„Komm her, und fühle dich zuhaus“

Wenn wir uns seh’n, wirst du dich freu’n,
mein Lächeln wird dir sicher sein!

Ein Bild für dich

Ein Bild für dich
(Franz Hochstöger)

Ich sitze da, starr vor mich hin,
da kommt mir all das in den Sinn.
In unbegrenzter Fantasie,
da bildet sich viel Harmonie.

Da schwelg ich dann in Träumerei.
Ein Drache fliegt mit Schwung vorbei.
Mit seinen Schwingen wirbelt er
den bunten Sternenstaub umher.

Jetzt wird’s schon hell am Firmament,
wo sich die Nacht vom Tage trennt.
Die Sterne sind bereits verblasst,
die Sonne ist bald unser Gast.

Die Wiese dort beim Wasserfall
dient als Kulisse für den Ball.
Die sieben Elfen tanzen dort
an diesem zauberhaften Ort.

Und nun noch einen Pinselstrich
und fertig ist das Bild für dich.

— Dieses Gedicht wurde in dem Buch
„Anthologie Ausgewählte Werke XVII“
der Bibliothek deutschsprachiger Gedichte
veröffentlicht: http://gedichte-bibliothek.de/ — 

Erfüllung

Erfüllung
(Franz Hochstöger)

Heut strahl‘ ich wie der Sonnenschein,
denn rosa Wolken zieh’n herein.
Auf Wolke sieben schwebe ich
und denke immerzu an dich.

Ach, mein kleines, zartes Wesen,
wo bist du so lang gewesen?
Komm, bei unseren Romanzen
werden unsre Seelen tanzen.

Es liegt ein süßer, feiner Duft
von all den Blüten in der Luft.
Die Schmetterlinge flattern auch,
genauso wie in meinem Bauch.

Gänsehaut und Freudentränen
sind fixiert in unsren Plänen,
die für uns verwirklicht werden,
hier, im Paradies auf Erden.

Ich zweifelte, dass es dich gibt
und jetzt bin ich total verliebt!
Ich hab mich so nach dir gesehnt
und werde nun vom Glück verwöhnt!

Du hast mich in den Arm genommen,
da wusst´ ich, ich bin angekommen.

Der einsame Poet

Der einsame Poet
(Franz Hochstöger)

Er sitzt allein in seinem Zimmer,
jongliert mit Worten, so wie immer.
Er geht kaum aus, bleibt oft daheim,
bringt Spaß und Ernst in schönen Reim.
Erzählt von Freude und von Trauer,
sowohl vom König, wie vom Bauer,
auch von Straßenmusikanten
und von Freunden und Verwandten.
Schreibt Tag und Nacht an den Geschichten,
er ist besessen von dem Dichten.
Er träumt von Nähe zu den Menschen
und von unerfüllten Wünschen.

Beim Festival, einmal im Jahr,
wird er umjubelt wie ein Star.
Er wird gepriesen und begehrt,
sobald man ihn beim Vortrag hört.
Kein andrer ist hier so beliebt,
wenn er den Reim zum Besten gibt.
Die Menschen jubeln immerzu,
der Beifall kommt fast nicht zur Ruh‘.
Die Verse treffen tief ins Herz,
erzähl’n von Sorgen und von Schmerz.
Es applaudieren viele Hände
und der Auftritt geht zu Ende.

Geblendet von dem Schein des Lichts,
geht er den Weg ins dunkle Nichts.
Er sitzt da, einsam und verlassen
und kann es immer noch nicht fassen,
dass er dort draußen auserwählt,
hinter der Bühne nichts mehr zählt.
Kein Mensch nimmt mehr von ihm Notiz,
ihm scheint sein Epos wie ein Witz,
denn Liebe und Geborgenheit
gab es für ihn zu keiner Zeit.
Und ganz zum Schluss will ich erwähnen,
in seinen Augen standen Tränen.

Der Rebell

Der Rebell
(Franz Hochstöger)

Nein, nein, nein! Ich will nicht mehr nach Haus
will aus der Gefangenschaft heraus
will hinaus in die weite Welt
will endlich tun, was mir gefällt

Nach Bedürfnissen wird nie gefragt,
auch hab ich den Aufstand nie gewagt,
ich werd’ behindert und gehemmt.
Schöne Gefühle sind mir fremd.

Will nun die Freiheit voll erleben.
Das kann zu Haus mir niemand geben.
Brauch nicht den Reichtum und die Macht,
das hat noch keinem Glück gebracht.

Nun will ich es endlich wissen
ob wir immer leiden müssen,
oder ob uns das Leben liebt
und uns auch die Erfüllung gibt.

Liebesgedicht

Liebesgedicht
(Franz Hochstöger)

Am Morgen bin ich aufgewacht
und schon hast du mich angelacht.
Die Wärme spürte ich von dir,
die Vögel sangen vor der Tür.

Du bringst viel Farbe in mein Leben
und kannst mir auch viel Freude geben.
Obwohl ich dich nicht täglich sehe,
bist du doch in meiner Nähe.

Abends lass ich dich gern gehen
weil wir uns morgen wieder sehen,
weil nachts du andre glücklich machst,
sie wärmst und auch mit ihnen lachst.

Was mir so an dir gefällt,
du bringst viel Licht in diese Welt.
Ich bin sicher, dass dich jeder kennt:
liebe Sonne, dort am Firmament.

— Dieses Gedicht wurde in dem Buch
„Anthologie Ausgewählte Werke XIV“
der Bibliothek deutschsprachiger Gedichte
veröffentlicht: http://gedichte-bibliothek.de/ — 

Dunkelheit

Dunkelheit
(Franz Hochstöger)

Die Sonne war schon, wie gewohnt,
verschwunden, hinterm Horizont.
Plötzlich sah ich aus dem Dunkeln,
Zähne und zwei Augen funkeln.

Mein Pulsschlag stieg gewaltig an.
Was war denn das. Oh Mann, oh Mann.
Ich dachte mir, ich halt’s nicht aus.
Wer kommt so spät noch in mein Haus?

Die Seele wurde leicht und weit.
Die Freude machte sich so breit.
Dein Lächeln habe ich erkannt,
es strahlte wie ein Diamant.

Die Augen leuchten, so vertraut,
in die ich oft verträumt geschaut.
Ich wusste es, oh welch ein Glück:
du kamst heut Nacht zu mir zurück

— Dieses Gedicht wurde in dem Buch
„Anthologie Ausgewählte Werke XVI“
der Bibliothek deutschsprachiger Gedichte
veröffentlicht: http://gedichte-bibliothek.de/ — 

Beobachten

Beobachten
(Ines Bind)

Du standst
Ich sah
Du last
Ich beobachtete
Du schriebst
Ich dachte
Du lachtest
Ich lächelte
Du sprachst
Ich hörte
Du lebst
Ich liebe.

Miese Tage

Miese Tage
(Franz Hochstöger)

Es ist so schön, an miesen Tagen,
sich in Traurigkeit zu baden.
Man ist allein, will nicht mehr sein,
kein Sonnenschein strahlt mehr herein.
Man grübelt und sucht nach einem Grund
und stellt fest: man ist der ärmste Hund!

Gern wäre ich

Gern wäre ich
(BitterFrost)

Gern wäre ich das Feuer,
das stetig dir den Weg erhellt,
Wind und Wetter trotz um dich zu wärmen
und voller Leidenschaft sich an deinem Dasein verzehrt.

Gern wäre ich das Wasser,
das mit Sanftheit und Güte deine Trauer und dein Leid lindert,
deinem Zorn mit Tosen und Gischt Ausdruck verleiht
und sich demütig vor deinem Namen verneigt.

Gern wäre ich die Erde,
die die Saat deiner Hoffnungen und Träume sicher bettet,
die dir Schutz gibt und Geborgenheit,
die standhaft dich umfängt
und lautlos deinen Füßen Halt gibt,
wenn du auf schmalen Pfaden wanderst.

Gern wäre ich der Wind,
der dich in die Lüfte trägt,
deine Lungen mit Lebensatem füllt,
dir leise Lieder singt
und sehnsuchtsvoll mit seinen Fingern in deinem Haare spielt.

Doch bin ich nicht Feuer, bin nicht Wasser.
Bin nicht Erde und nicht Wind.
Bin nur eine Menschenseele,
wie es derer viele gibt. 

Verrückte Welt

Verrückte Welt
(Caroline Cermak)

Wenn Bären sich mit Löwen balgen,
Und Schafe neben Wölfen fressen,
Ist die Welt dann zu vergessen?

Wenn Völker sich an den Händen halten,
Anstatt sich dauernd auszuschalten,
Wenn Menschen nicht mehr hassen,
Ist das denn noch zu fassen?

Wenn Feinde endlich Frieden schließen.
Anstatt sich dauernd zu erschießen,
Wenn Streitende den Grund vergessen,
Werden wir dann sterben müssen?

Wenn Kinder andere Kultur’n entdecken,
Anstatt sich vor einand‘ zu verstecken,
Wenn Eltern sich einmal versteh’n,
Müssen wir dann untergeh’n?

Das absolute Chaos??

Tränen

Tränen
(Franz Hochstöger)

Tränen auf den Wangen;
bin hier ganz alleine.
Sitz den ganzen langen
Tag herum und weine.
Muss wohl immer leiden,
hier beim Zwiebelschneiden.

Die Freiheit und die Gedanken

Die Freiheit und die Gedanken
(Franz Hochstöger)

Täglich kann ich frei entscheiden,
was ich lass und was ich tu.
Viele werden mich beneiden,
trotzdem find ich keine Ruh.

Ich bin Sklave meines Denkens,
setz mir selber enge Schranken.
Doch die hohe Kunst des Lenkens
liegt allein in den Gedanken.

Ein Tag

Ein Tag
(Franz Hochstöger)

Guten Morgen, neuer Tag,
auch wenn es heute regnet,
grüß’ ich dich, weil ich dich mag
und schätze das, was mir begegnet

Guten Tag, du schöne Zeit
du bist, wie ich dich sehe.
gibst mir viel Freude und auch Leid
auf allen Wegen, die ich gehe.

Guten Abend langer Tag,
viel durft’ ich heut’ erleben
du hast mir für den neuen Tag
viel Lebensmut gegeben 

Danke für das Lebensjahr

Danke für das Lebensjahr
(Franz Hochstöger)

Danke, für diesen Frühlingsmorgen.
Danke, dass es so schön begann.
Danke, dass ich fast ohne Sorgen
auf Erden leben kann.

Danke, für all die Sommertage.
Danke, dass mir so viel gelang.
Mit dir wurde an keinem Tage
mir im Leben bang.

Danke, auch für die Herbstzeitlose.
Danke, auch für den stürmischen Wind.
Danke, wenn auch die Blätter lose
auf dem Boden sind.

Danke, auch für den Winterabend.
Danke, auch für die kühle Luft.
Danke, dass wir nicht Ängste haben,
auch wenn du uns rufst.

Liebe

Liebe
(Christiane Wolter)

Oft hab’ ich mich schon gefragt,
was ist eigentlich Liebe?
Jeder hat etwas gesagt,
es lief hinaus auf Triebe.
Doch, ist das wirklich Liebe?
Liebe ist doch auch:
Schön dich zu sehen.
Komm, lass uns gehen.
Wir wollen mal reden,
uns auch Zärtlichkeit geben.
Wir woll’n diskutieren
oder philosophieren.
Wir haben mal Sorgen,
müssen dies und das borgen
auch Stress mit dem Kind
na, wie Kinder so sind.
Doch das Wichtigste in der Liebe ist für mich
Man sagt stets WIR und nicht ich!

Nur nicht

Nur nicht
(Erich Fried)

Das Leben wäre vielleicht einfacher
wenn ich dich gar nicht getroffen hätte
Weniger Trauer – jedes Mal
wenn wir uns trennen müssen
weniger Angst – vor der nächsten
und übernächsten Trennung
Und auch nicht soviel
von dieser machtlosen Sehnsucht
wenn du nicht da bist
die nur das Unmögliche will
und das sofort
im nächsten Augenblick
und die dann
weil es nicht sein kann
betroffen ist
und schwer atmet

Das Leben wäre vielleicht einfacher
wenn ich dich nicht getroffen hätte
Es wäre nur nicht mein Leben 

Im Nebel

Im Nebel
(Hermann Hesse)

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
kein Baum sieht den anderen,
jeder ist allein.

Voll von Freuden war mir die Welt,
als noch mein Leben Licht war,
nun, da der Nebel fällt,
ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
der nicht das Dunkle kennt,
das unentrinnbar und leise,
von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist einsam sein.
Kein Mensch kennt den anderen,
jeder ist allein.

Auch der Andre, der bist du

Auch der Andre, der bist du
(Peter Rosegger)

Was die Erde mir geliehen,
fordert sie schon jetzt zurück.
Naht sich, mir vom Leib zu ziehen
sanft entwindend Stück für Stück.

Um so mehr, als ich gelitten,
um so schöner ward die Welt.
Seltsam, dass, was ich erstritten,
sachte aus der Hand mir fällt.

Um so leichter, als ich werde,
um so schwerer trag‘ ich mich.
Kannst du mich, du feuchte Erde,
nicht entbehren? frag‘ ich dich.

„Nein, ich kann dich nicht entbehren,
muss aus dir ein‘ Andern bauen.
Muss mit dir ein‘ Andern nähren,
soll sich auch die Welt anschauen.

Doch getröste dich in Ruh‘.
Auch der andre, der bist du.“

Haiku

Haiku
(Franz Hochstöger)

Die Morgensonne
steht über dem Wasser und
spiegelt sich darin.

Haiku

Haiku
(Franz Hochstöger)

Das knallige Gelb
der blühenden Rapsfelder
erfrischt mein Auge

Haiku

Haiku
(Franz Hochstöger)

Knospen öffnen sich
der Frühling ist gekommen
und alles erblüht

Haiku

Haiku
(Franz Hochstöger)

Wolken ziehen auf,
die ersten Tropfen fallen.
Jetzt kommt der Regen.

Haiku

Haiku
(Franz Hochstöger)

Winterromantik.
Schnee knirscht unter den Füßen,
rundum alles weiß.